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Notizen & Neues 2012


Ein Poesiealbum-Eintrag aus dem Jahr 1932

Veröffentlicht am 13 Nov 2012
Notizen & Neues 2012 >> 2013

Jenny Elkan, geboren am 26. Oktober 1912, war damals 19 Jahre alt. Die älteste der drei Töchter des jüdischen Metzgers Benno Elkan und dessen Frau Paula, geborene Weißfeld, war durch eine Kinderlähmung schwer behindert. Sie konnte sich nur auf Krücken bewegen. Die intelligente junge Frau hatte die Liebfrauenschule besucht. 1938 heiratete sie Fritz Mimetz, der aus Warden bei Alsdorf stammte. Zwei Monate nach der Hochzeit flüchtete das Ehepaar vor der nationalsozialistischen Verfolgung in die Niederlande. Fritz und Jenny Mimetz wohnten in Susteren, wo Jenny als Buchhalterin arbeitete. Jenny Mimetz soll trotz ihrer Behinderung im politischen Widerstand tätig gewesen sein. Das Datum ihrer Verhaftung ist nicht bekannt. Sie und ihr Mann wurden am 16. Juli 1943 in einer Gaskammer des Vernichtungslagers Sobibor ermordet. Auf einem Gedenkstein für die Opfer des Weltkriegs und des nationalsozialistischen Terrors vor dem früheren Rathaus von Susteren sind auch ihre Namen verzeichnet.

 

Auch die Eltern von Jenny, Paula Elkan-Weissfeld und Benno Elkan, wurden Opfer der Judenvernichtung, ebenso die in Eschweiler lebende Tante Hedwig Fried. Die beiden jüngeren Schwestern von Jenny Elkan, Hilde (geboren 1916) und Helga (geboren 1920), konnten entkommen. Auch von Helga Elkan findet sich im Sütterlinschrift ein Eintrag im Poesiealbum ihrer Kinderfreundin, unterzeichnet mit „Deine Freundin Helga Elkan“.

 


Zuletzt geändert am: 03 Jun 2013


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