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Geschichten

 

Nachrichten von den Juden in Eschweiler

 

Finanziell ausgeplündert, ins Exil getrieben, deportiert, ermordet – die einst blühende jüdische Gemeinde in Eschweiler wurde in der Zeit des Nationalsozialismus innerhalb weniger Jahre ausgelöscht. Von manchen Menschen weiß man kaum mehr als den Namen.

 

Um 1930 waren mehr als hundert Bürger in Eschweiler jüdisch. Das ist, bei einer Bevölkerung von 30.000 Einwohnern, nicht viel. Aber es waren bekannte Familien. Viele Juden waren Einzelhändler oder Metzger, manche gehörten zu den Honoratioren des Ortes. Man kaufte seine Schuhe bei Winterfeld am Markt und den Hut bei Goetz an der Grabenstraße, man holte seinen Sonntagsbraten bei Hermann Moses an der Marienstraße oder in Röthgen bei Emil Blech. Einen Anzug ließ man sich von Sigmund David schneidern, und am Schaufenster vom „Haus zur Micky Maus“ an der Uferstraße drückten sich Kinder die Nasen platt.

 

Als diese Schaufenster eingeworfen wurden, als SA-Leute vor den Läden standen und Hausfrauen fotografierten, die „bei den Juden kauften“, versuchten viele Familien, ins Ausland zu emigrieren, ins nahe Holland, ins ferne Palästina. Manche schafften es. Andere zogen in Großstädte, oder hofften, vor Ort die Zeit der Unterdrückung zu überstehen – hatte man nicht Freunde, auch unter den Nicht-Juden? Aber aus der Unterdrückung der Juden wurde die Vernichtung. Die letzten, die ausgehalten hatten, mussten in ein Sammellager am Friedhof Pumpe-Stich ziehen. Am 25. Juli 1942 brachte ein Zug sie ins Ghetto Theresienstadt. Niemand kam von dort zurück.

 

Diese Internetseite enthält vor allem Daten: Geburtsdaten, Heiratsdaten, die Namen von Kindern, auch Adressen, Berufsangaben, Daten über Flucht, Vertreibung und Tod. Aber ein Mensch ist ja mehr als nur Name, Geburts- und Sterbedatum. Ein Mensch, das ist auch seine Herkunft, seine Familie, sein Beruf. In diesem Teil der Internetseite "Eschweiler Juden" möchte ich versuchen, Geschichten über einige Menschen und Familien zu erzählen. Sie sollen später auch als Buch erscheinen.

 

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