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Notizen & Neues 2015

Viele Angehörige von NS-Opfern bei der Stolperstein-Verlegung 2015

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -„Als Vertreter des Arbeitskreises >Stolpersteine gegen das Vergessen< begrüße ich alle Teilnehmer dieser Gedenk- und Kunstaktion ganz herzlich. Ich freue mich, dass so viele Menschen gekommen sind. Und dass wir endlich einmal schönes Wetter bei dieser Aktion haben...“ – am Nachmittag des 11. Juni 2015 konnte ich gut zwei Dutzend engagierter Eschweiler Bürger, darunter auch Bürgermeister und Stolperstein-Pate Rudi Bertram, zur vierten Verlegung von Stolpersteinen in Eschweiler willkommen heißen. Auch der Kölner Künstler Gunter Demnig, Erfinder der Stolpersteine, freute sich über das warme Sommerwetter. Er hatte zuvor vier Tage lang in Norwegen seine Gedenksteine verlegt – bei Temperaturen nur knapp über Null.

Verlegt wurden diesmal 15 Stolpersteine an neun Stellen im Stadtgebiet. Die Rundfahrt führte von der Kirche St. Peter und Paul, wo ein Gedenkstein nun an den Pfarrer Friedrich Dinstühler erinnert, über Indestraße und Kochsgasse zum Senioren- und Betreuungszentrum an der Odilienstraße, und dann wieder in die Innenstadt, weiter zum Patternhof und zur Dürener Straße Richtung Weisweiler.

Das Bild rechts zeigt einen der jetzt verlegten Stolpersteine. Er erinnert an Johann Raith.

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57 Stolpersteine in Eschweiler: Alle Daten sind jetzt auf dieser Website

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Bis Ende 2014 wurden in Eschweiler 42 Gedenksteine, die so genannten Stolpersteine, durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Sie erinnern an die Schicksale von Menschen, die dem nationalsozialistischen Regime zum Opfer fielen. Weitere 15 dieser Stolpersteine sollen am 11. Juni verlegt werden. Die Aktion beginnt um 13.30 Uhr vor der Kirche St. Peter und Paul am Markt. Dort soll ein Stolperstein an den Pfarrer Friedrich Dinstühler erinnern. Für alle 57 Eschweiler Stolpersteine sind jetzt die Daten der Opfer in Kurzbiografien, die Texte der für sie verlegten oder geplanten Stolpersteine, die Adressen der letzten selbst gewählten Wohnsitze und - soweit bereits verlegt - auch Fotos der Stolpersteine selber auf dieser Website verzeichnet, zu finden unter der Rubrik "Stolpersteine". Das Foto oben zeigt mehrere der Stolpersteine, die am 13. Dezember 2014 in Weisweiler, Eschweiler, Röthgen und Dürwiß verlegt wurden.

Rosa Breukers: Eine treue Hausangestellte sucht nach verschollenen Juden

Viele Menschen in Deutschland wollten nach dem Krieg und nach dem Zusammenbruch gar nicht so genau wissen, was mit den Juden geschehen ist. „Davon haben wir nichts gewusst“ war ein Spruch, den man häufig hörte. Hier soll an eine Frau erinnert werden, die anders reagierte: Rosa Breukers aus Eschweiler.

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Zeitzeuge Karl Mock (94) erinnert sich an jüdische Familien in Weisweiler

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -An einige Mitglieder jüdischer Familien aus Weisweiler kann Karl Mock (Foto rechts) sich noch erinnern. Mock ist fast 94 Jahre alt, Jahrgang 1921 – im gleichen Jahr kam Frieda Levenbach zur Welt, mit der er gemeinsam zur Schule gegangen sein wird; der Weg jedenfalls war der gleiche, die Häuser liegen sich fast gegenüber. An Frieda kann er sich aber kaum erinnern. Eher schon an den vier Jahre älteren Carl Neustadt. Das nimmt allerdings nicht Wunder. Neustadt war als Kind häufig bei der Familie Mock, als Erwachsener arbeitete er für die Bäckerei der Mocks.

Aus einem Gespräch mit Karl Mock, das ich am 29. Dezember 2014 führte, gebe ich hier einige Auszüge wieder. Einige Passagen wurden sinnwahrend gekürzt und umformuliert.

Mock erinnert sich an die Familie Moritz Meyer, die einen Laden für Kleidungsstoffe im Haus Hauptstraße 20 hatten, an die Familie des Metzgers Levenbach (Markt 21, Ecke Hauptstraße), die Familie Leyens (Hauptstraße 46) und an die Familie Neustadt (Hauptstraße 4).

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„Sie fanden ein Skelett, das noch atmete“ - Sanny Altberger überlebte Auschwitz

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -

Vor 70 Jahren, am 27. Februar 1945, erreichten russische Truppen das Vernichtungslager Auschwitz, in dem über eine Million Menschen ermordet worden waren. Sie fanden dort nur 5800 Überlebende vor. Dieser Tag der Befreiung ist seit 1996 ein offizieller Gedenktag in Deutschland, der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Auch viele Eschweiler Juden fielen dem mörderischen NS-Regime zum Opfer. Doch einer, Samuel Altberger, hat Auschwitz überlebt, unter anderem durch die Hilfe Eschweiler Bergleute. Seine Schwester Rosa und ihre Kinder wurden in den Gaskammern von Auschwitz ermordet.

Der hier folgende Bericht erschien am 27. Februar in den Tageszeitungen „Eschweiler Nachrichten“ und „Eschweiler Zeitung“. Es handelt sich zu einem großen Teil um einen Auszug aus dem Kapitel „Die Familie Altberger“ des geplantes Buchs „Nachrichten von den Juden in Eschweiler“. Das Bild oben, Ausschnitt eines Fotos von 1927, zeigt Sanny Altberger (links) als 15-jährigen Turner des Eschweiler Turnvereins. Neben ihm steht einer seiner Brüder, wahrscheinlich Hermann Altberger.

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Jacob Eckstein: Witwer mit vier Kindern und gut gehendem Geschäft

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Mehr als 30 Jahre lang war das Schuhhaus Eckstein – zuerst an der Judenstraße (auf der hier abgebildeten historischen Postkarte ganz links), dann an der Grabenstraße – ein beliebtes und für Qualität bekanntes Geschäft in Eschweiler. Ja, eigentlich noch viele weitere Jahrzehnte, denn nachdem die Familie Eckstein Eschweiler 1932 verlassen hatte, noch vor dem Machtantritt der NSDAP, wurde das Geschäft von Lambert Boshof und später dessen Großneffen Bernd Düttmann weiter geführt, bis der es 2002 verpachtete. Endgültig geschlossen wurde es 2007 – über hundert Jahre, nachdem Jacob Eckstein das bereits bestehende Geschäft übernommen und es zu einem renommierten und soliden Unternehmen gemacht hatte.

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