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Notizen & Neues 2012


Gedenkstein in Meschede erinnert an Paula Meyer aus Eschweiler

Veröffentlicht am 16 Jul 2012
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In der Sauerland-Gemeinde Meschede erinnern jetzt Stolpersteine an Paula Meyer aus Eschweiler und ihren Mann Leopold Wallach. Für ihre Enkel und Urenkel sind die Stolpersteine wie neue Wurzeln in der alten Heimat der Großeltern.

Es waren bewegende Momente am 31. Mai in Meschede. Eddo Rosenthal, Enkel von Paula Meyer und ihrem jung gestorbenen ersten Ehemann Carl Rosenthal, seine Schwester Marion Paula Rosenthal und weitere Verwandte waren aus Israel und aus den Niederlanden angereist. In einer Gesprächsrunde mit Bürgern aus Meschede schilderten sie, wie wichtig es ist, zu erinnern, auch sich selber erinnern zu können, und Versöhnung möglich zu machen. Marion Rosenthal sprach von ihrem Vater Ernst, der fünf Jahre in einem Konzentrationslager war und der dennoch nie ein Wort des Hasses aussprach. Ihr Bruder Eddo Rosenthal begründete, wie wichtig solche sichtbaren Zeichen wie die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig für ihn und andere Nachkommen der Opfer sind: "1938 ist meine Familie aus Meschede geworfen und 1941 für staatenlos erklärt worden. Dadurch sind die Wurzeln zwischen uns und Meschede durchtrennt worden. Die Stolpersteine schaffen jetzt emotional wieder Wurzeln und verbinden uns aufs Neue." Und: "Die meisten aus meiner Familie haben keine Gräber. Die Stolpersteine sind jetzt eine Alternative. Die Energie meiner Großeltern kommt zurück nach Meschede."

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -

Das Eckhaus rechts auf diesem Bild ist das Geschäftshaus von Marcus Meyer, an der Ecke Grabenstraße und Marienstraße in Eschweiler. Das Foto ist von etwa 1903. Paula Wallach-Rosenthal wuchs als Paula Meyer in diesem Haus auf. Geboren war sie am 29. August 1878 eine Straße weiter, im ersten Geschäftshaus ihres Vaters, Neustraße 15. Sie war die älteste Tochter des Eschweiler Kaufmanns und Geschäftsinhabers Marcus Meyer, der aus Weisweiler stammte - die älteste von sechs Töchtern: Paula, Rosa, Johanna, Bertha, Lina, Martha. 1888 und 1890 kamen dann noch zwei Jungen hinzu, Friedrich Andreas und Moritz Meyer. "Ich habe selten so gut erzogene, vor der Außenwelt fast gänzlich abgeschlossene Mädchen kennen gelernt wie die Meyer'schen" schreibt der 1887 in Eschweiler geborene Julius Kaufmann-Kadmon in seinen Lebenserinnerungen. "Bis auf die zweite, Rosy, die ihren Vetter Max Stiel heiratete, bekamen sie alle fünf vom Vater ihren Mann zugewiesen, und die Ehen sollen nicht besser und nicht schlechter geworden sein als andere." Der Eschweiler Geschichtsverein hat 2004 diese Erinnerungen unter dem Titel "Vom Rheinland ins Heilige Land" herausgegeben. Marcus Meyer war bis zu seinem Tod 1914 Vorsteher der Eschweiler Synagogengemeinde.

Nicht nur Paula, auch ihre Schwestern Bertha und Lina und viele weitere Menschen aus der großen Familie Meyer wurden Opfer der Judenvernichtung.
 


Zuletzt geändert am: 03 Jun 2013


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