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David Leyens

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David Leyens

Der Stolperstein für David Leyens wurde im Dezember 2014 verlegt vor dem Haus Hauptstraße 46, Eschweiler-Weisweiler.

Text des Stolpersteins:
HIER WOHNTE
DAVID LEYENS
JG. 1863
OPFER DES POGROMS 1938
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IM
BESETZTEN POLEN


Biographische Notizen zu David Leyens

In seinen Lebenserinnerungen „Die fremden Jahre“ beschreibt Erich Leyens seinen Onkel David als jemanden, der in Weisweiler hoch angesehen war: „Der Onkel war im Dorf ein bewunderter Mann, anscheinend aus Gründen, die uns komisch erschienen: Er sah wie ein norwegischer Fischer aus und sprach mit der autoritären Stimme eines preußischen Feldwebels.“ David Leyens sei ein deutscher „Super-Patriot“ und Verehrer von Kaiser Wilhelm II. gewesen.
 

Im Alter und mit der wachsenden Entrechtung der Juden, so berichtet Neffe Erich Leyens weiter, sei der Onkel wunderlich geworden, „es musste sich wohl in dem geordneten Räderwerk seines alten Kopfes eine Schraube gelockert haben“. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Berichte, wie perfide die Weisweiler Nationalsozialisten während der Novemberpogrome 1938 mit David Leyens umgegangen sind, besonders bestürzend. Nach der Zerstörung der Einrichtung der seit mehreren Jahren nicht mehr benutzten Synagoge zogen die Mitglieder der NS-Organisationen zum Marktplatz und warfen dort Gegenstände aus der Einrichtung der Synagoge in ein Reisigfeuer. Der verwirrte alte Herr wurde angespuckt und mit Tritten gezwungen, einen Balken aus der Einrichtung der Synagoge zum Marktplatz zu tragen und dort in das Feuer zu werfen. Überliefert ist, dass der Bürgermeister und Vorsitzende der NSDAP-Ortsgruppe, Heinrich Löltgens, sich mit den Worten „Lach doch, Du alter Gauner!“ mit dem gedemütigten alten Juden fotografieren ließ, bevor dieser ins Spritzenhaus der Feuerwehr gesperrt wurde.
 

David Leyens kam am 19.04.1863 in Grambusch bei Erkelenz zur Welt. Am 15. Juni 1891 heiratete er Bertha Levenbach aus Weisweiler. Sie starb, 80 Jahre alt, am 19. Juli 1940 und wurde in Weisweiler beerdigt. David Leyens und seine 1892 geborene Tochter Elsa wurden wahrscheinlich zwischen März und Juli 1942 deportiert und ermordet. Genauere Angaben gibt es nicht. Die Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel führt Vater und Tochter als Opfer der Shoa auf.

 

David Leyens bei "Personen"

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