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Else Salomon geb. Kaufmann

Else Salomon geb. Kaufmann

Stolperstein verlegt 2008, vor dem Haus Grünstraße 70, Eschweiler-Dürwiß

Text für den Stolperstein:
HIER WOHNTE
ELSE SALOMON
GEB. KAUFMANN
JG. 1896
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
AUSCHWITZ
ERMORDET 23.1.1943


Kurzbiographie von Else und Carl Salomon:

Das Haus in der Grünstraße in Dürwiß, vor dem jetzt zwei Stolpersteine an Carl Salomon und seine Frau Else erinnern, sollte so etwas wie der Altersruhesitz des Viehhändlers Salomon sein. In Dürwiß war er 1867 geboren, bevor seine Eltern nach Röhe zogen und in der Dorfstraße (heute Nickelstraße) eine Metzgerei eröffneten. Dort im Haus Nr. 24 starb seine erste Frau Rebekka am 21. August 1912 bei der Geburt ihres ersten Kindes. Die Tochter bekam den Namen ihrer Mutter: Rebekka. Erst elf Jahre später, zwei Tage vor seinem 56. Geburtstag 1923, heiratete Carl Salomon als mittlerweile in Eschweiler ansässiger und sehr erfolgreicher Viehhändler ein zweites Mal, die fast 30 Jahre jüngere Else Kaufmann aus Drove. Tochter Rebekka lebte bei ihnen im Haus.
Aus dem, was er über die Nazis dachte, hat Carl Salomon keinen Hehl gemacht. Als er 1935 am 9. November, dem Jahrestag des Münchner Hitlerputsches, mit der Kleinbahn von Dürwiß nach Eschweiler fuhr und die vielen Hakenkreuzflaggen an den Häusern sah, fragte er den Schaffner: „Was ist los? Ist die Butter billiger geworden?“ Er wurde noch am gleichen Tag von der Gestapo verhaftet und in „Schutzhaft“ genommen.
1941 wurden Else und Carl Salomon nachts abgeholt, wie der Dürwisser Hubert Casel erzählt. Ein Lkw brachte sie mit wenigen Habseligkeiten in das Sammellager „Villa Buth“ in Kirchberg bei Jülich. Gemeinsam wurden sie am 25. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt geschickt, sie mit der Transportnummer VII-2/212, er mit der Nummer VII-2/213. Carl Salomon starb dort im Block L 116, Zimmer 13, am 29. September morgens um 2 Uhr, angeblich an einem Darmkatarrh. Seine Frau Else überlebte ihn um wenige Monate. Sie wurde im Januar 1943 nach Auschwitz gebracht und vergast.
Tochter Rebekka Salomon ist der Judenvernichtung entkommen. Sie konnte vor 1938 in die USA fliehen.

 

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